Polen zwischen Krieg und Frieden

Über die Wiederentstehung der II. Poln. Republik nach 1918 sprach Prof. Werner Benecke von der Europa-Universität Viadrina am 15. November 2018 um 18 Uhr in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), im Hauptgebäude Raum 217.

Während der 11. November 1918 für die Geschichte Deutschlands das Ende des Ersten Weltkrieges und den Zusammenbruch der Monarchie markiert, gedenkt Polen in diesem Jahr am 11. November vor allem der Wiedererrichtung des polnischen Staates nach 123 Jahren der Teilungsherrschaft. Für Polen, wie für weite Teile Osteuropas, bedeutet der 11. November 1918 aber auch den Beginn eines fast dreijährigen militärischen und politischen Konfliktes um die Grenzen Polens, der erst im März 1921 endete. Diese Grenzkämpfe berührten Ostbrandenburg und damit mittelbar auch Frankfurt (Oder) in besonderer Weise. Hierauf wird der Vortrag ebenso eingehen wie auf die besonders komplizierte Situation in Oberschlesien zwischen 1918 und 1921. Die Wiederbegründung des polnischen Staates nach 123 Jahren der Nichtexistenz war nur vor dem Hintergrund der militärischen Auseinandersetzungen des I. Weltkrieges erfolgreich, bei dessen Ende vier Großreiche untergegangen sind: Das Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, das Russische Reich und das Osmanische Reich. Die Wiederbegründung bzw. Neugründung der neuen Staaten in Ost-Mitteleuropa folgten stark der Idee des Nationalstaates, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in den jeweiligen Staaten führte. Die neuen Staaten hatten es plötzlich mit Minderheiten zu tun, die eigentlich nicht ins Staatskonzept passten, nationale und religiöse Minderheiten wie z.B. Juden oder Muslime, die es zu integrieren oder auch ausgrenzen galt.Für die II. poln. Republik kamen verschärfend noch die zunächst unsicheren Staatsgrenzen hinzu, die z. T. militärisch abgesichert werden mußten.Für die deutsche Bevölkerung in den betroffenen Gebieten ergab sich eine völlig neue Situation; vor Kriegsende waren sie Angehörige der Mehrheitsgesellschaft und danach fanden sie sich als Minderheit mit allen entsprechenden Nachteilen in Polen wieder. Umgekehrt wurden aus Polen plötzlich die dominierende Nation mit den dazugehörenden Konflikten.Prof. Dr. Berner Benecke vom Collegium Polonicum in Słubice erläutert anhand der Situation in Polen die unterschiedlichen Konflikte und Lösungsansätze der deutschen und der polnischen Seite, Dr. Bernd Rautenberg aus Berlin von der deutsch-poln. Gesellschaft Brandenburg verdeutlicht den historischen Prozess der Staatsbildung beispielhaft an dem Gebiet Oberschlesien.​​​​​​​​​

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