Vorschlag der DPG Berlin für den Ort des Gedenkens an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs

Am 30. Oktober 2020 hat der Deutsche Bundestag nach langer gesellschaftlicher Debatte beschlossen, einen Ort der Erinnerung und Begegnung zu schaffen, der dem Charakter der deutsch-polnischen Geschichte gerecht wird und zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen beiträgt. Der inzwischen verstorbene ehemalige Staatsminister und Deutschland-Beauftragte der polnischen Regierung Wladyslaw Bartoszewski hatte sich schon 2013 für einen Gedenkort für die polnischen Opfer ausgesprochen. Nun schlägt die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin den "Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit" am Berliner Hauptbahnhof als Ort des Erinnerns vor. Das wäre eine prominente Stelle in der Stadt und sie hat auch Verbindungen zur deutsch-polnischen Geschichte: In der Kirche des damaligen Gefängnisses fand 1847 der Prozess gegen 254 polnische Bürger statt, die die Wiederherstellung ihres Landes in den Grenzen vor der Teilung mittels eines Aufstandes in der Provinz Posen hatten erreichen wollen. Wegen Hochverrats verurteilt wurden sie im folgenden Jahr auf Druck der demonstrierenden Bevölkerung begnadigt und freigelassen. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. bestätigte notgedrungen die Freilassung und verneigte sich vor dem Demonstrationszug aus Berliner Bürgern und den befreiten Polen, der vor das Stadtschloss gezogen war. (Nach der Pressemitteilung der DPG Berlin v. 21.02.2021.)

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